Lange Zeit wurde Asbest aufgrund seiner Eigenschaften – zum Beispiel Festigkeit, Hitze- und Säurebeständigkeit – als eine Art Wunderfaser bezeichnet. Asbest konnte sich aufgrund der genannten und weiteren Eigenschaften in vielen Zweigen der Industrie etablieren. Wesentliche Bereiche waren die Schiffahrtsindustrie, die Isolationsindustrie (Bauindustrie) und die Autoreifenindustrie. Erst viele Jahre, nachdem viele Menschen an den Folgen von Asbest erkrankten, wurde von der Verwendung der einstigen Wunderfaser abgesehen. Die Gesundheitsgefahren, welche von Asbest ausgehen, sind heutzutage eindeutig belegt und sogar in manchen Bereichen als Berufskrankheit anerkannt.

Asbest ist darüber hinaus lediglich eine Sammelbezeichnung für diverse natürlich vorkommende faserige Silikat-Minerale. Diese sind an vielen Stellen der Erde in der Erdkruste zu finden. Man unterscheidet dabei zwischen zwei Gruppen:

Kaolinit-Serpentin-Gruppe

  • Klinochrysotil
  • Orthochrysotil
  • Parachrysotil

Amphibol-Gruppe

  • Aktinolith
  • Anthophyllit
  • Ferro-Anthophyllit
  • Grunerit
  • Magnesioriebeckit
  • Tremolit

Technisch und wirtschaftlich betrachtet war Klinochrysotil – oder auch Weißasbest – am weitesten verbreitet. Der Großteil des Weißasbest wurde für die Herstellung von Asbestzement verwendet. Weitere Anwendung fand Asbest u.a. in Rohrverkleidungen, Dachverkleidungen, Schutzanzügen, Bremsbelägen und Kupplungsbelägen.

Der große Nachteil der einstigen Wunderfaser besteht darin, dass beim Abbau und beim Bearbeitern winzig kleine Fasern freigesetzt werden. Diese winzigen Partikel geraten über die Atemluft in die Lunge und entfalten dort über Jahre hinweg ihre zellschädigende Wirkung und lösen die Krankheit Asbestose aus. Auswirkungen der Asbestöse können Lungenfunktionsstörungen, Ateminvalidität, Atemnot oder unheilbarer Lungenkrebs sein.

Seit 1993 ist die Verwendung von Asbest in Deutschland verboten. In der gesamten EU ist das Verbot seit 2005 in Kraft. Viele Gebäude wurden bereits einer Asbestsanierung unterzogen, weitere werden folgen. Ein aktuell bekanntes und populäres Gebäude, welches einer Asbestsanierung unterzogen wird, ist die UNO-City in Wien.

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