Im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz ist verankert, dass eine Abfallverwertung einer Abfalllagerung auf einer Deponie – sofern dies möglich ist – vorzuziehen ist. Seit dem im Jahr 2003 in Kraft getretenen Verbot der Verwendung von Asbest-Fasern ist die Frage der geordneten Asbestentsorgung offen. Verschiedene technische Verfahren wurden in der Vergangenheit entwickelt und erprobt, doch keines dieser Verfahren konnte sich etablieren.Aus diesem Grund geschieht die Asbestentsorgung gegenwärtig nur über Hausmülldeponien ( DK-I und DK-II ).
Dort werden die Asbest-Abfälle, die für gewöhnlich in sogenannten BigBags verpackt sind, von mineralischem Material bedeckt. Hierdurch wird sichergestellt, dass keine weitere Faserfreisetzung mehr geschieht. Im Folgenden werden die fünf wesentlichen Kategorien der Asbestentsorgung Verfahren kurz angerissen, um einen groben Überblick über die bisherige Forschung in dieser Richtung zu geben.
- Einbindungsverfahren – Bei diesem Ansatz wird der Abfall komplett in Zement oder vergleichbaren Bindemittel in Fässer eingearbeitet. Diese werden dann bevorzugt untertage deponiert. Ein Vorteil dieses Ansatzes liegt darin begründet, dass die Realisierungzeits sehr gering ist. Leider ist der Asbest-Abfall hierdurch nicht aus der Welt und das Verfahren darüber hinaus auch sehr kosten-intensiv.
- Chemische Verfahren – Dieser Ansatz arbeitet mit Flourid-haltiger Säure. Ein großes Problem hierbei liegt in der inhomogenität (Verunreinigungen, etc.) der Asbest-Abfälle. Aufgrund von Problemen mit den Behörden kam auch dieses Verfahren nie wirklich zum Einsatz.
- Tempern – Dieses Verfahren arbeitet mit dem Entzug des Kristallwasser aus den Asbest-Fasern und einer Umwandlung in unschädliche Minerale. Die anschließend ungefährlichen Fasern können nun durch einfache mechanische Beanspruchung, zum Beispiel ausgiebiges Mörsern, zerstört werden. Dieses Verfahren wurde zeitweise in Hockenheim in der Praxis durchgeführt. Das Verfahren als solches ist allerdings nur schwer zu kontrollieren, so ist die tatsächliche Zerstörung der Fasern nicht garantiert und darüber hinaus ist mit diesem Ansatz ein enorm hoher Energiebedarf notwendig. Aktuell ist der Nachfolgerin der Betreiberin der Betrieb dieser Anlage aufgrund von Genehmigungsverstößen untersagt (Quelle: Wiki ).
- Mechanische Verfahren – Dieser Ansatz zur Asbestentsorgung beruht auf reiner Gewalt. Es wurde davon ausgegangen, dass bei aufwendiger Zerkleinerung der Fasern die Gefährdung für den menschlichen Organismus ausgeschlossen werden kann. Bei einer Faserlänge unter 1µm ist dies sogar realistisch. Das Verfahren funktionierte allerdings nur mit reinem Asbest und scheiterte somit an dem inhomogenen Asbest-Abfall-Gemisch wie es auf jeder üblichen Deponie vorkommt.
- Thermische Verfahren – Hierbei wird der Ansatz verfolgt, die Asbest-Fasern soweit zu erhitzen, dass eine Temperatur oberhalb des Umwandlungspunktes erreicht wird und somit ein nichtfaseriges Mineral erzeugt wird. Viele Experimente mit diesem Verfahren versagten ebenfalls an der inhomogenität des Asbest-Abfall-Gemisch.